Programm Orgelkreis Rheinau 2020


1. Konzert

Freitag, 5. Juni 2020, 20 Uhr  Abgesagt

Eintritt frei – Kollekte


Tobias Lindner (Basel) spielt Werke von Froberger, Muffat, Maichelbeck u. a.

 

Tobias Lindner wurde in Deggendorf geboren. Er erlernte das Orgel­spiel bei Wolfgang Riegraf und Roland Götz. Im Rahmen seines Kirchen­musik­studiums studierte er in Regensburg bei Karl Friedrich Wagner und in Freiburg bei Klemens Schnorr. Danach schloss er das Diplom Alte Musik an der Schola Cantorum in Basel bei Andrea Marcon mit Aus­zeichnung ab. Er ist Preis­träger ver­schie­dener inter­nationaler Orgel­wettbewerbe (Innsbruck, Brügge, Nürnberg, Landau) und seit 2016 Professor an der Schola Cantorum Basel.

 

2. Konzert

Freitag, 6. September 2019, 20 Uhr  Abgesagt

Eintritt frei – Kollekte


Els Biesemans (Zürich) spielt Werke von Bach, Böhm & Beethoven

 

Els Biesemans studierte Klavier, Orgel  und Kammer­musik an der Hoch­schule für Musik in Löwen. 2001 erwirbt sie mit höchster Aus­zeich­nung das Diplom Master of Music. 2005 kommt Els  Biesemans nach Basel, wo sie sich an  der Schola Cantorum Basiliensis bei  Jesper Christensen in der Tasten­vielfalt des 18. und 19. Jahr­hunderts speziali­siert. Els Biesemans ist vielfache Preis­trägerin zahl­reicher inter­nationaler Wet­tbewerbe. Als Solistin ist sie in ganz Europa, in den USA, Kanada und Japan zu hören.

3. Konzert

Freitag, 2. Oktober 2020, 20 Uhr  Abgesagt

Eintritt frei – Kollekte


Guy Bovet (Neuchâtel) spielt Werke von Purcell, Aguilera, Bovet u. a.

 

Guy Bovet ist in aller Welt als einer der viel­seitigs­ten, origi­nellsten und kenntnis­reichsten Organisten hoch­geschätzt. Seine Solisten­karriere führt ihn in alle Teile der Welt. Als Komponist arbeitet er vo­rwiegend für Theater und Film; es gibt von ihm aber auch Orgel­werke, Instrumental­werke, Chor­musik, eine Oper und das Oratorium «Konferenz der Tiere». Guy Bovet unter­richtete an der Musik-Akademie der Stadt Basel und ist als Kursleiter und Juror in Europa, Amerika und Asien tätig.

guybovet.org

 



Johann Christoph Leu Orgel Rheinau
▲ Hauptorgel von Johann Christoph Leu, Augsburg (1715)

I. Rückwerckh, C – c³

Coppel 8′

Principal 4′

Nachthorn 4′

Flöth 4′

Superoctav 2′

Quint 1½′

Zymbal 1½′

Mixtur 2f. 1′

Sedecima 1′

Tremulant

II. Hauptwerckh, C – c³

Principal 8′

Spitzflöthen 8′

Salicional 8′

Coppel 8′

Octav 4′

Rohrflöthe 4′

Quint 3′

Superoctav 2′

Zymbal 3f. 1½′

Mixtur 4f. 1′

Hörnle 2f. 1′

Sedecima 1′

Fagott 8′

III. Oberwerckh, C – c³

Coppel 8′

Octav-Flöthe 4′

Flöthen 4′

Flöthen 2′

Sedecima 1′

Geygen-Regal 8′

Pedal, C – a

Principal 16′

Sub-Pass 16′

Octav 8′

Octav 4′

Quint 3′

Mixtur 6f. 2′

Bombardon 16′

Posaun 8′


Nebenregister : Vogelsang, Windablass, Calcant, beyde Werckh (Koppel RW  /  HW), Zymbelstern, Sperrventile
Manual und Pedal mit kurzer Oktave, modifizierte mitteltönige Stimmung, a¹ = 427hz
1711  – 1715 erbaut durch Johann Christoph Leu, Augsburg                                       
1840  – 1841 Umbau durch Friedrich Haas                                                       
1941 Restaurierung durch Orgelbau Kuhn
1988   – 1990 Restaurierung durch Orgelbau Kuhn   

Orgel Rheinau
▲ Spieltisch der Hauptorgel

Joahannes Mayr (Stuttgart): Improvisation über das «Salve Regina» und ein «Irisches Halleluja».


Der Orgelkreis

R

heinau bietet dem Musikfreund eine weitherum einmalige Orgelsituation. Die → Hauptorgel auf der Empore über dem Portal ist ein stattliches Instrument mit drei Manualen und 38 Registern des berühmten Orgelbaumeisters Johann Christoph Leu (1711 – 1715) aus Augsburg. Die wesentlich kleinere → Chororgel sticht schon durch ihr Äusseres hervor: sie hat die Form eines Sarkophags. Beide Orgeln wurden 1988 – 1991 mustergültig und mit grossem Aufwand restauriert. Sie sind nicht nur die bedeutendsten Denkmal-Orgeln des Kantons Zürich, sondern auch ein Kulturgut von europäischer Bedeutung.


Der Orgelkreis Rheinau ist ein 1991 gegründeter, gemeinnütziger sowie politisch und konfessionell neutraler Verein, der die beiden einzigartigen historischen Orgeln der ehemaligen Klosterkirche Rheinau einem breiten Publikum bekanntmachen und vermehrt erklingen lassen möchte. Er veranstaltet im Sommerhalbjahr in der Regel drei Konzerte mit namhaften Solisten aus dem In- und Ausland. Finanzielle Grundlagen des Vereins sind Mitgliederbeiträge, Einnahmen aus den Konzerten sowie Spenden. Neumitglieder sind herzlich willkommen.

Orgelkreis Rheinau, c/o Wolfgang Rehn, Vogelsangstrasse 83, 8618 Oetwil am See / ZH, → info@orgelkreis-rheinau.ch

→ Artikel über den Verein in der Andelfinger Zeitung vom 14. Dezember 2018



Stimmen über die Orgeln

 «Prunkvolle Instrumente in einem herrlichen Raum»

(Luigi Ferdinando Tagliavini †)


«Impressionant, ouverture pour un nouveau monde»

(Jan Willem Jansen)


«Un vero sogno per l’organista ... anzi due»

(Lorenzo Ghielmi)


«Schöön»

(Guy Bovet)


Orgel Rheinau
▲ Chororgel von Johann Christoph Albrecht, Waldshut (1710)

Manual, C – c³

Principal 8′

Suavial (ab c’) 8′

Coppel 8′

Octav 4′

Flauto 4′

Nasat 3′

Superoctave 2′

Sesquialter 1²⁄₅′

Larigot 1½′

Mixtur 3f. 1′

Pedal, C – a

Subbass 16′

Præstant 8′

Koppel Manual zu Pedal


Manual und Pedal mit kurzer Oktave, modifizierte mitteltönige Stimmung, a¹ = 427hz

1710 erbaut von Johann Christoph Albrecht, Waldshut

1756 Umbau durch Johann Conrad Speisegger

1990 – 1991 Restaurierung durch Orgelbau Kuhn



Felix Mendelssohn Bartholdy in Rheinau

▲ Gemälde von Wilhelm Hensel, 1847, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf
▲ Gemälde von Wilhelm Hensel, 1847, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf

D

er wohl berühmteste Musiker, welcher jemals die Orgeln der Klosterkirche bespielt hat, war Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847). Im Acht und vierzigsten Neujahrstück / der allgemeinen / Musik-Gesellschaft in Zürich / 1860 erfahren wir Genaueres darüber:

« …Nur noch zwei der Erwähnung werthe Orgeln finden sich im Canton Zürich; zunächst die Klosterorgel in Rheinau. Dieselbe 1713 von Leo von Augsburg für 9025 f. ausgeführt, in der Revolutionszeit während der Vertreibung der Klostergeistlichen durch rohe Hände sehr geschädigt und theilweise zerstört, ist nach deren Rückkehr nur unvollkommen reparirt und darum 1841 von Haas einer Hauptreparatur unterworfen worden; welche so ausfiel, daß selbst Mendelssohn mehrmals mit Befriedigung darauf spielte (39 Register, von denen 14 ganz neu, 3 Manuale, hoffentlich nicht mehr mit der verkürzten Octave, die früher bestand). Wir verdanken hiemit dem Hochw. Hrn. Cap. Mstr. A. Widmer die dießfälligen Mittheilungen aufs Beste.»

In einem Brief an seine Frau  Cécile, vom 27. Juni 1847, bemerkt Mendelssohn selbst, dass er die Orgel der Klosterkirche gespielt hat.


▲ Felix Mendelssohn Bartholdy: Der Rheinfall bei Schaffhausen Hotel Weber d. 27. Juny 1847
▲ Felix Mendelssohn Bartholdy: Der Rheinfall bei Schaffhausen Hotel Weber d. 27. Juny 1847

Orgel Rheinau
▲ Rückpositiv der Hauptorgel

 

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