Programm Orgelkreis Rheinau 2019


1. Konzert, Freitag, 21. Juni 2019, 20 Uhr

Eintritt frei – Kollekte


Monika Henking (Thalwil) spielt Werke von Georg Böhm, Pablo Bruna & J. S. Bach

 

Monika Henking wuchs in einer Musikerfamilie auf. Studium am Konservatorium ihrer Heimat­stadt Winterthur und an der Musikhochschule Wien. Wegweisend war für sie der Unterricht bei Anton Heiller.

Sie lebt als Musikerin in Thalwil, wo sie während 40 Jahren das kulturelle Leben entscheidend geprägt hat und dafür 1997 den Kulturpreis erhielt. Bis 2009 war sie Orgelprofessorin an der Musikhochschule Luzern und Organistin des Collegium Musicum der Jesuitenkirche. Eine rege Konzert- und Kurstätigkeit führt sie durch viele Länder Europas, USA und Japan. Ihr besonderes Interesse gilt Johann Sebastian Bach und der Darstellung alter Musik auf historischen Instrumenten. Sie ist Widmungsträgerin und Initiantin etlicher Werke des 20. Jahrhunderts.

Verschiedene Rundfunk- und CD-Aufnahmen geben Einblick in ihre Tätigkeit als Organistin und Chorleiterin. Seit 2016 ist sie als Organistin an der Kirche St. Elisabeth in Kilchberg / ZH tätig.

 

2. Konzert, Freitag, 6. September 2019, 20 Uhr

Eintritt frei – Kollekte


Johannes Mayr (Stuttgart) spielt Werke von G. Muffat,  J. H. Knecht & Improvisationen

 

Johannes Mayr, geboren 1963, studierte katholische Kirchenmusik in Stuttgart, u. a. bei Rudolf Walter, Ludger Lohmann und Willibald Bezler. 1990–2001 wirkte er als hauptamtlicher Kirchenmusiker in Bad Wurzach, 2001 bis 2011 in Stuttgart (St. Fidelis). Von 1992 bis 2007 war er als Lehrbeauftragter für liturgisches Orgelspiel / Orgelimprovisation in Augsburg (Leopold-Mozart-Konservatorium / Musik­hochschule Nürnberg-Augsburg) tätig. Seit 2004 nimmt er einen Lehrauftrag an der Tübinger Hochschule für Kirchenmusik für Orgelliteraturspiel und Liturgisches Orgelspiel wahr. Seit 2009 lehrt er Orgelimprovisation an der Stuttgarter Musik­hochschule. Seit 2011 ist er Domorganist an der Konkathedrale St. Eberhard Stuttgart.

Als Orgelsachverständiger ist er seit 1991 für die Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig. Seine jahrelangen Forschungen insbesondere zur oberschwäbischen Orgellandschaft haben in mehreren Buchpublikationen ihren Niederschlag gefunden. Als Orgelimprovisator erhielt er bei internationalen Wettbewerben zahlreiche Auszeichnungen.

3. Konzert, Freitag, 4. Oktober 2019, 20 Uhr

Eintritt frei – Kollekte


Frédéric Champion (Männedorf) spielt Werke von G. Muffat, A. Vivaldi, J. S. Bach u. a.

 

Frédéric Champion, geboren 1976, studierte Orgel, Hammerklavier, Cembalo und Improvisation in Lyon, Paris, Toulouse und Basel. Zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten Orgel­wettbewerben legten den Grundstein für eine internationale Karriere als Konzertorganist.

Konzerte als Solist, aber auch in Zusammenarbeit mit Chören, Ensembles und Orchestern führten ihn durch ganz Europa sowie nach Nordamerika und Asien. Sein besonderes Interesse gilt der Transkription von Orchesterwerken für Orgel, speziell auch für das Duo  « Tête-à-Tête » in vierhändiger und vierfüssiger Besetzung. Daneben entstanden Bearbeitungen von berühmten Werken für Chor und Orchester.

Als Pianist spezialisierte er sich insbesondere auf das Repertoire des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Als glücklicher Besitzer der Kopie eines Fortepianos nach Johann Andreas Stein (1788) erarbeitete er sich diverse Solo-, Lieder- und Kammermusikprogramme.

→ www.fredericchampion.com

 



Johann Christoph Leu Orgel Rheinau
Hauptorgel von Johann Christoph Leu, Augsburg (1715)

I. Rückwerckh, C – c³

Coppel 8′

Principal 4′

Nachthorn 4′

Flöth 4′

Superoctav 2′

Quint 1½′

Zymbal 1½′

Mixtur 2f. 1′

Sedecima 1′

Tremulant

II. Hauptwerckh, C – c³

Principal 8′

Spitzflöthen 8′

Salicional 8′

Coppel 8′

Octav 4′

Rohrflöthe 4′

Quint 3′

Superoctav 2′

Zymbal 3f. 1½′

Mixtur 4f. 1′

Hörnle 2f. 1′

Sedecima 1′

Fagott 8′

III. Oberwerckh, C – c³

Coppel 8′

Octav-Flöthe 4′

Flöthen 4′

Flöthen 2′

Sedecima 1′

Geygen-Regal 8′

Pedal, C – a

Principal 16′

Sub-Pass 16′

Octav 8′

Octav 4′

Quint 3′

Mixtur 6f. 2′

Bombardon 16′

Posaun 8′


Nebenregister : Vogelsang, Windablass, Calcant, beyde Werckh (Koppel RW  /  HW), Zymbelstern, Sperrventile
Manual und Pedal mit kurzer Oktave, modifizierte mitteltönige Stimmung, a¹ = 427hz
1711  – 1715 erbaut durch Johann Christoph Leu, Augsburg                                       
1840  – 1841 Umbau durch Friedrich Haas                                                       
1941 Restaurierung durch Orgelbau Kuhn
1988   – 1990 Restaurierung durch Orgelbau Kuhn   

Orgel Rheinau
Spieltisch der Hauptorgel

Der Orgelkreis

Rheinau bietet dem Musikfreund eine weitherum einmalige Orgelsituation. Die → Hauptorgel auf der Empore über dem Portal ist ein stattliches Instrument mit drei Manualen und 38 Registern des berühmten Orgelbaumeisters Johann Christoph Leu (1711 – 1715) aus Augsburg. Die wesentlich kleinere → Chororgel sticht schon durch ihr Äusseres hervor: sie hat die Form eines Sarkophags. Beide Orgeln wurden 1988 – 1991 mustergültig und mit grossem Aufwand restauriert. Sie sind nicht nur die bedeutendsten Denkmal-Orgeln des Kantons Zürich, sondern auch ein Kulturgut von europäischer Bedeutung.


Der Orgelkreis Rheinau ist ein 1991 gegründeter, gemeinnütziger sowie politisch und konfessionell neutraler Verein, der die beiden einzigartigen historischen Orgeln der ehemaligen Klosterkirche Rheinau einem breiten Publikum bekanntmachen und vermehrt erklingen lassen möchte. Er veranstaltet im Sommer­halbjahr in der Regel drei Konzerte mit namhaften Solisten aus dem In- und Ausland. Finanzielle Grundlagen des Vereins sind Mitgliederbeiträge, Einnahmen aus den Konzerten sowie Spenden. Neumitglieder sind herzlich willkommen.

Orgelkreis Rheinau, c/o Wolfgang Rehn, Vogelsangstrasse 83, 8618 Oetwil am See / ZH, → info@orgelkreis-rheinau.ch

→ Artikel über den Verein in der Andelfinger Zeitung vom 14. Dezember 2018



Stimmen über die Orgeln

 «Prunkvolle Instrumente in einem herrlichen Raum»

(Luigi Ferdinando Tagliavini †)


«Impressionant, ouverture pour un nouveau monde»

(Jan Willem Jansen)


«Un vero sogno per l’organista ... anzi due»

(Lorenzo Ghielmi)


«Schöön»

(Guy Bovet)


Orgel Rheinau
Chororgel von Johann Christoph Albrecht, Waldshut (1710)

Manual, C – c³

Principal 8′

Suavial (ab c’) 8′

Coppel 8′

Octav 4′

Flauto 4′

Nasat 3′

Superoctave 2′

Sesquialter 1²⁄₅′

Larigot 1½′

Mixtur 3f. 1′

Pedal, C – a

Subbass 16′

Præstant 8′

Koppel Manual zu Pedal


Manual und Pedal mit kurzer Oktave, modifizierte mitteltönige Stimmung, a¹ = 427hz

1710 erbaut von Johann Christoph Albrecht, Waldshut

1756 Umbau durch Johann Conrad Speisegger

1990 – 1991 Restaurierung durch Orgelbau Kuhn



Felix Mendelssohn Bartholdy in Rheinau

Gemälde von Wilhelm Hensel, 1847, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf
Gemälde von Wilhelm Hensel, 1847, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf

Der wohl berühmteste Musiker, welcher jemals die Orgeln der Klosterkirche bespielt hat, war Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847). Im Acht und vierzigsten Neujahrstück / der allgemeinen / Musik-Gesellschaft in Zürich / 1860 erfahren wir Genaueres darüber:

« …Nur noch zwei der Erwähnung werthe Orgeln finden sich im Canton Zürich; zunächst die Klosterorgel in Rheinau. Dieselbe 1713 von Leo von Augsburg für 9025 f. ausgeführt, in der Revolutionszeit während der Vertreibung der Klostergeistlichen durch rohe Hände sehr geschädigt und theilweise zerstört, ist nach deren Rückkehr nur unvoll­kommen reparirt und darum 1841 von Haas einer Hauptreparatur unterworfen worden; welche so ausfiel, daß selbst Mendelssohn mehrmals mit Befriedigung darauf spielte (39 Register, von denen 14 ganz neu, 3 Manuale, hoffentlich nicht mehr mit der verkürzten Octave, die früher bestand). Wir verdanken hiemit dem Hochw. Hrn. Cap. Mstr. A. Widmer die dießfälligen Mittheilungen aufs Beste.»

In einem Brief an seine Frau  Cécile, vom 27. Juni 1847, bemerkt Mendelssohn selbst, dass er die Orgel der Klosterkirche gespielt hat.


Felix Mendelssohn Bartholdy: Der Rheinfall bei Schaffhausen Hotel Weber d. 27. Juny 1847
Felix Mendelssohn Bartholdy: Der Rheinfall bei Schaffhausen Hotel Weber d. 27. Juny 1847

Orgel Rheinau
Rückpositiv der Hauptorgel

 

Mitglied werden!

 

Werden Sie ein Teil der Rheinauer Konzertfamilie!

Erfahren Sie mehr, was wir Ihnen zu → bieten haben und → melden Sie sich an!